Wer einen Polizisten als Vater hat, glaubt an beleibte, blaue Schutzengel. Denn bei meinen jugendlichen Positionierungskämpfen genügte ein Verweis auf Vaters fiktive Judokenntnisse.

Wenn der Grossvater mütterlicherseits drei Mal ein Geschäft von Null an aufbaut, muss irgend etwas von diesem Pioniergeist übrig geblieben sein.

Eine Mutter, die menschliches Verhalten im Zweiten Weltkrieg hautnah mitbekam, orientiert sich tendenziell daran, wie Menschen sind. Nicht wie sie sein sollen.

Ein Polizistensohn ist dann stolz auf seinen Vater, wenn er ungestraft sein Mofa frisieren kann und der Vater dies als fröhlicher Anarchist ungesagt gut heisst.

Mit vier Jahren nach Amerika ausgewandert, wo meine Verwandten Swiss Cheese produzierten, um dann als fünfjähriger Rückkehrer in der Schweiz mit Geschichten von Westernhelden aufzutrumpfen.

In der Mittelschule sitzen zu bleiben, ist eine Ehre, wenn dies vorwiegend aus rebellischen Gründen geschieht und der neue Klassenlehrer einem mit den Worten begrüsst „Alles Gute kommt von oben“.

Die Verabreichung und Verdauung von totem Wissen in staatlichen Schulen hat mich zum Spicken gebracht. So lernte ich Veranschaulichung, Reduktion und Kreativität.

Ich wurde nicht Bauer, Bäcker oder Polizist wie mein Vater, sondern studierte Germanistik. Vielleicht weil meine Mutter Buchhändlerin und ihr Vater Verleger war.

Wenn man die ganze Verwandtschaft ärgern will, indem man noch Theologie studiert, ist das ein beträchtlicher Aufwand. Die Nebenprodukte eines Entscheides merkt man erst später.

Falls jemand das Glück hat, dass die erste Liebe auch in schwierigen Zeiten alle Wunschvorstellungen erfüllt, glaubt er immer wieder an die Macht der Gefühle.

Entlassungen erweisen sich oft als Glücksfälle. Denn nur weil meine Vorstellungen von effektivem Lernen der Zuger Obrigkeit nicht gefiel, wanderte ich für acht Jahre nach Italien aus.

Weil selbst erwachsene ADHS-Kinder noch immer ungeduldig sind, kettete ich mein Motorrad an das erstbeste Eingangstor. Daher hörten in der Santa Trinità dei Monti nur Ultradünne die Heilige Messe.

Militär ist nicht nur streng, sondern auch lustig. Das wollte ich in einer linken Zeitung schreiben. Die Stelle über das schöne Pfadfinderleben wurde von der Entweder-Oder-Welt nicht goutiert.

Lachen zersetzt Macht und ist anarchistisch. In meinem liebsten Arbeitszeugnis wird mir diese Seite als Negativpunkt angerechnet. Laut Gesetz könnte man das offenbar anfechten.

Auch ferne Realitäten entdecken, macht Spass. Zum Beispiel als ich mit Andy Warhol eine Nacht lang durchsoff oder Keith Richards stundenlang beim Klavierspiel im Dachzimmer zuhörte.

Wenn man verliebt ist, wird die Umgebung nebensächlich. Es waren vor allem Frauen, die mich selbst hässliche Gegenden aushalten liessen. Die Häfen von Genua und Hamburg liebe ich noch immer.

Worte haben eine Magie. Daher reiste ich nach Bujumbura und Sansibar. In Schwarzafrika überwand ich mein frühkindliches Wandertrauma und verbesserte mein Improvisationstalent.

Meine Anfälligkeit für Meister-Schüler-Verhältnisse endeckte ich beim Kampfsport und in der Werbung. Nur weil mein Chef mich einen Text 12 Mal neu schreiben liess, erfasste ich den Zusammenhang zwischen Qualität und Intuition.

Klare Heldenworte haben auch meine Vorstellungen wirksamer Werbung geprägt. „Wenn du belehren willst, dann werde wieder Lehrer, wenn du verführen willst, kannst du in der Agentur bleiben.“

Zu meinen Meistern gehörte auch Jacques Séguéla, der François Mitterand zum „König“ von Frankreich machte. Daher lernte ich seine Star-Strategie und wurde zum Marilyn Monroe Kenner.

Der Name Propeller soll zwar den Schub signalisieren, den ich Unternehmen gebe. Aber eigentlich hat er mit meiner Leidenschaft für die Fliegerei zu tun.

Auf das Wesentliche im Leben machte mich meine schwerst behinderte Tochter Olivia aufmerksam. Sie war es auch, die 1988 mein Interesse für die Neurowissenschaften weckte.

In der Not können Geschichtenerzähler zu Diplomaten befördert werden. Daher lud mich der venezolanische Botschafter ein, die Schweiz an einer Tourismusmesse in Caracas zu vertreten.

Weil Kindheitserinnerungen offensichtlich unser Verhalten prägen, durfte ich als Jurymitglied auch schon die Kochkünste von Spitzenrestaurants aus der Optik des Storytellings beurteilen.